Eine ganz besonderes Highlight meines Studiums der Medien- und Kommunikationswissenschaften waren immer die künstlerischen Ausflüge in die Welt der Medienkunst. In sogenannten “Media Art Excursionen” ging es jedes Semester auf diverse Ausstellungen. Geleitet und beflügelt von unserem Dozenten D. Schädel kam seinerzeit die Idee, selbst in künstlerischer Weise medial tätig zu werden. So kam es dann zum “Creative Media Jam”. An ungewöhnlichen Orten, gemeinsam mit künstlerischen digitalen und analogen Ausdrucksmitteln zu experimentieren, dass war das Konzept. Im Jahr 2006 nahmen wir dazu einen ganz besonderen Ort als künstlerische Wirkungsstätte ein. Ein altes, verlassendes Krankenhaus diente uns eine Woche als Atelier und Ausstellungsraum (natürlich alles genehmigt). Unter dem Schlagwort “Hospital” galt es, passend zur Räumlichkeit, ein eigenes Werk zu gestalten. Ob interaktive Installation, Skulptur, oder Objekt spielte dabei keine Rolle, alles war erlaubt. Mein Beitrag dazu nannte sich “Das Kreuz”, welches ich gemeinsam mit meinem Kollegen Benjamin H. als große Rauminstallation realisiert hatte. Einmal waagerecht, einmal senkrecht gingen rote Schnürre in symmetrischer Anordnung parallelgeschnürt durch ein verlassendes Krankenzimmer.
Hier der Pressetext der damaligen Aktion:
Kunstprojekt in St. Nikolaus Rheinberg
Das seit Jahren leer stehende Gebäude der alten Klinik St. Nikolaus in Rheinberg erwacht zu neuem Leben. Ein Gruppe von Studierenden der Universität Duisburg-Essen wird im August in den Räumen mit Fotografie, Neuen Medien, Film und Ton arbeiten und die Ergebnisse des Workshops am Abend des 13. August in der Station P4 an der Orsoyer Strasse in Rheinberg im Rahmen einer Werkschau vorstellen. Konzeptuell hat sich die Gruppe kein verbindendes Moment gegeben außer der Verpflichtung zur künstlerischen Verwendung neuer Medientechniken. So entstehen computergenerierte Filme oder Fotoarbeiten, Kunst mit Netztechnologien oder Installationen unter Verwendung von elektronischen Medien. Dass dabei der Bezug zur ehemaligen Verwendung der Klinikräume hergestellt wird, ist durchaus beabsichtigt. Die bisherige Verwendung des Gebäudes, seine wechselhafte Geschichte wird in die Arbeit der Kunststudenten einbezogen, die Umsetzung wird unter sensibler Berücksichtigung des mit unterschiedlichen Emotionen verbundenen Raumes geplant und umgesetzt. Ein Ort und seine Geschichte sind so Thema und Anlass zur Kunst, ein Ansatz der sicher keine Besucher der anschließenden Ausstellung unberührt lassen wird. So entsteht für einen begrenzten Zeitraum eine Form des künstlerischen Labors in anregender Umgebung.
Ein Besuch lohnt sich sicherlich:
13. August 2006, 19-22 Uhr
Hier noch mehr Presse dazu: projekt_krankenhaus_presse